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Hilferuf an die Ministerin - Stichwort Stromkostenbremse
#1
Nachdem bisher keine Information gegeben wurde, wie sich die Stromkostenbremse auf die EEGs auswirkt, haben wir heute einen Hilferuf an dei Ministerin verschickt und hoffe auf baldige Aufklärung:

Liebe Leonore, Liebe Eva, Lieber Florian,

als Idealisten möchte ich mich wirklich gerne bezeichnen und als solcher betreibe ich seit gut einem Jahr mit intensivem persönlichen Einsatz die Gründung einer Energiegemeinschaft in Waizenkirchen. Es ist uns auch mittlerweile gelungen die EEG "VIERE" als Verein zu gründen und wir konnten 25 Bürger:innen dazu bewegen Teil dieser Bewegung zu werden. Erfreulich ist dass einige dieser Menschen nicht aus der "grünen Blase" kommen und aus verschiedensten Motiven an dieser Zukunftsidee teilnehmen. Aus unserer Sicht brauchen die EEGs zwar Idealisten als Kümmerer, müssen aber auch wirtschaftlich funktionieren, damit sie in die Breite gehen können.

Wir haben bewußt bei der Gründung im März 2022 einen Starttarif gewählt der sich an den derzeit üblichen "niedrigen" Alttarifen der Energie AG anlehnt um auch zu zeigen, dass die Teilnahme an der Energiewende nicht unbedingt nur jenen vorbehalten ist, die es sich leisten können bzw. wollen und eben höhere Preise freiwillig bezahlen. Die Konsequenz daraus ist, dass unsere Einspeiser allesamt Idealisten sein müssen, nachdem sie ihren Sonnenstrom zu einem Bruchteil dessen an die EEG verkaufen, was sie beispielsweise von der ÖMAG lukrieren könnten.

Das Tarfimodell sieht für 2022 wie folgt aus:

Der Abnehmer bezahlt 10ct/kWh
Der Einspeiser bekommt 9ct/kWh
Die EEG bekommt für den Betrieb 1ct/kWh

Diese Zahlen zeigen, dass der komplette Betrieb der EEG praktisch eherenamtlich erfolgen muss, weil 1ct/kWh erst bei recht hoher Beteiligung eine echten fianziellen Eintrag bringen würde. Wir finanzieren unsere externen Ausgaben derzeit über Vorträge, die wir für Gemeinde uä abhalten (Präsentation siehe Homepage https://eeg-viere-2.jimdosite.com/ https://vfeeg.org/)

Im Zuge der letzten Monate erlebten wir drei Dinge die uns das Gefühl gaben, dass die EEGs zwar gesetzlich ermöglicht wurden, aber nicht unbedingt in der Umsetzung unterstützt werden:

1. Seitens der Netzbetreiber wurde es nicht wie im Gesetz beschrieben ermöglicht dass mehrere Einspeiseanlagen summiert an mehrere Abnehmer verteilen. In den ersten Tagen meiner Kommunikation mit unserem Netzbetreiber wurde mir mitgeteilt, dass es überhaupt nur möglich ist eine Einspeiseanlage in der EEG zu betreiben. Erst nach umfangreichem E-Mail-Verkehr machte man es uns zumindest möglich mehrere Anlage mit einem jeweils exklusiv zugeordneten Abnehmerkreis zu betreiben. Ab Oktober soll das vorgeschriebene Setting möglich werden, wir hoffen ;-)

2. Durch die die Aussetzung des Erneuerbaren-Förderbetrages und der Herabsetzung der Energieabgabe für alle Strombezieher reduziert sich der finanzielle Vorteil durch die Netzgebührenreduktion innerhalb der EEG von etwa 6ct/kWh auf 2ct/kWh. Diese 4ct/kWh hätten wir EEGs für den Betrieb gut gebrauchen können. Schade ;-(

3. Waizenkirchen wird netztopografisch von 3 Umspannwerken versorgt und wir hatten die Idee 2 Zweigstellen (Sektionen) unseres Hautptvereines zu gründen um nach außen als EEG-Waizenkrichen auftreten zu können. Im Rahmen des Vereines hätten wir also 3 EEGs betrieben um den gesamten Ort abzudecken. Dies wurde uns untersagt und wir mussten neue Verein gründen, was abgesehen vom Mehraufwand in der Abwicklung alleine im Bereich der externen Kosten (zb Steuerberater) je Verein locker 700-800€/a ausmacht, die wir ebenfalls irgendwie stemmen müssen.

Jetzt komme ich zum Grund meines Hilferufes:

Sollten bei der jetzt veröffentlichte Strompreisbremse die EEGs nicht den Energieversorgern gleichgesetzt werden und ebenfalls vom Bund die Tarifunterstützung bekommen, so wird dies aus unserer Sicht das Modell der EEGs endgültig wirtschaftlich unmöglich machen, bzw. einem kleine Kreis von Idealisten vorbehalten bleiben. Technisch betrachtet bezieht das Mitglied der EEG seinen Grundbedarf aus der EEG, dh. die 2900kWh/a kommen vollständig oder teilweise aus der EEG. Das hieße für uns, dass wir nicht mehr als die gestützeten 10ct/kWh tariflich ansetzen dürften um unsere Mitglieder nicht zu verlieren. Unsere idealistischen Einspeiser werden irgendwann aber auch die Lust verlieren, können sie doch bei ÖMAG ein Vielfaches der bei uns ausbezahlten Vergütung bekommen.

Es hapert nicht an unserem Idealismus, der ist ziemlich unerschöpflich, aber um die Bürger:innen mitnehmen zu können, brauchen wir jetzt Eure Unterstützung um die wir auf diesem Wege ersuchen.

Harald Geissler, EEG VIERE Waizenkirchen
  besten Grüßen
 
HARALD GEISSLER
0664 / 84 11 764
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#2
Telefonische Antwort seitens der Koordinationsstelle: Die EEG werden nicht gestützt, die Energieversorger schon. Sehe nur ich das so oder ist das eine Riesenungleichheit?
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#3
...Auskunft der Koordinationsstelle:

Ein Lichtblick in Bezug auf Energiegemeinschaften und Strompreisdeckel:
Seit gestern sind die Details zum Strompreisdeckel ja bekannt. U.a. geht Deckel nur bis max. 30 Cent/kWh bei bis max. 2.900 kWh. Somit muss der Endverbraucher jenen Anteil selber zahlen, sobald der Energielieferant-Arbeitspreis über 30 Cent liegt und jede kWh die über den 2.900kWh liegt:

Vergleicht man diese Richtwerte des Strompreisdeckels mit der aktuellen Entwicklung der Großhandelspreise, die derzeit bei ca. 700 Euro/MWh (=70 Cent/kWh) liegen und sich über den Winter (Gasnachfrage steigt, Ende des Ukraine-Krieg ist nicht in Sicht, europäische Energiemarkt-Lösung unbekannt) sehr wahrscheinlich noch teurer wird, so können sich Endverbraucher mit Anfang 2023 auf einen Energielieferanten-Arbeitspreis von 70 Cent bis 90 Cent/kWh einstellen:

Würde bedeuten:
Der Energielieferant verlangt einen Arbeitspreis von sagen wir mal 80 Cent/kWh...30 Cent davon zahlt der Staat. Die restlichen 50 Cent/kWh zahlt der Verbraucher.

Dadurch würde sich aus Endverbraucher-Sicht die Teilnahme an einer Energiegemeinschaften (rein wirtschaftlich betrachtet) schon auszahlen, wenn der EG-Arbeitspreis etwas günstiger gestaltet wird.
Offen bleibt, falls die Arbeitspreise so hoch sein sollten, ob der Strompreisdeckel nachträglich angepasst wird.

Kurz gesagt: die hohen Börsenpreise relativieren die Unterstützung durch den Preisdeckel enorm, helfen jedoch zur gleichen Zeit dem Modell Energiegemeinschaft.
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#4
Jürgen Hutsteiner aus Steyr hat folgenden Text an diverse Verantwortungsträger verschickt:

Strompreisbremse

Tolle Sache, oder doch nicht ganz?

Ich verstehe alle, die über die Teuerung von Energie jammern, aber ist eine Energiepreisbremse der richtige Weg aus dem Dilemma?
Eigentlich ist der Klimabonus genau der richtige Weg. Den kann man gerne noch weiter erhöhen. Der bringt jedem was und jeder kann entscheiden, ob er dieses Geld für Energie ausgibt, oder für gesünderes Essen oder sonst was.
Das Beispiel Strompreisdeckel zeigt, dass dieser, genauso wie eventuelle Energiepreisdeckel, nicht funktionieren wird.
Was wird dieser Strompreisdeckel bringen?
Er sorgt dafür, dass alle Energieanbieter bis Mitte 2024 - und wahrscheinlich darüber hinaus - den Strompreis mindestens auf 40 Cent erhöhen werden, weil die Politik ja bis zu maximal diesem Preis den Strom auf 10 Cent drücken will.
Wieso sollte ein Stromanbieter weniger als 40 Cent verlangen, wenn der Kunde sowieso nur 10 Cent zahlen wird? Wäre doch dumm, oder?
Es wird also bis Mitte 2024 Stillstand im Strommarkt geben. Ob danach so schnell wieder Schwung reinkommt, bezweifle ich. Stromsparen ist dann auch kein Thema mehr.

Bis vor wenigen Wochen gab es irrsinnig viele Initiativen, um Energiegemeinschaften zu gründen, um ökologischen, günstigen Strom zu teilen. All diese Initiativen werden mit dem Strompreisdeckel komplett abgedreht, weil einerseits die Stromproduzenten überall mehr Geld bekommen werden als die 15 Cent, die dort anvisiert worden sind, und andererseits die Kunden eh beim alten Anbieter nur 10 Cent bezahlen werden.
Natürlich kann man sagen, dass es auch größere Verbraucher gibt, aber wieso sollte man in diese Richtung arbeiten? Hier wird wahrscheinlich umso lauter für eine Energiepreisbremse gerufen werden und wahrscheinlich auch darauf gehört. Ich bin kein Mensch, der sich für den freien Markt einsetzt, weil uns der dort hingebracht hat, wo wir sind, aber ich hätte mich für einen Markt mit guten Regeln eingesetzt.
Was es wirklich gebraucht hätte, wäre eine Investitionsoffensive in den Netzausbau. In großen Milliardenbeträgen. Da gehören die Milliarden umgeschichtet vom Straßenbau in den Stromtrassenbau. Hier würden auch Arbeitskräfte mit umgeleitet.
Dann braucht man gar kein öffentliches Geld, um neue Windräder und PV-Anlagen zu errichten. Das könnte die Bevölkerung machen. Man muss sie nur lassen.
Wenn wir das langfristig zulassen, werden wir wieder schnell auf einen vernünftigen Strompreis runterkommen, der dem Steuerzahler nichts kosten würde.
So würde eine „Hutsteiner-Jürgen-Preisbremse“ aussehen.

https://www.hutsteiner.at
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